Das Ökosystem der Bay Area und jede Menge Startups

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Das Bundeswirtschaftsministerium fördert den Außenhandel unter anderem über die Außenhandelskammern vor Ort in den jeweiligen Ländern. Als MBA Kurs der Hochschule der Handelskammer Hamburg haben wir einen Termin bei der German American Chamber of Commerce gemacht, um mehr über die Arbeit und die spezielle Wirtschaft in der Bay Area zu erfahren. Die AHK bekommt eine 25%ige Förderung, erwirtschaftet aber den Rest des Umsatzes mit eigenen Dienstleistungen und den Mitgliedschaftsbeiträgen der ca. 3000 Mitglieder.

Wir trafen uns mit dem Geschäftsführer René van den Hoevel in einem Meetingraum eines Cafés Downtown SF, da sich die AHK aufgrund der Mietsteigerungen (von 40$ auf 82$ pro sqft) flächenmäßig verkleinern musste und sich keinen permanenten großen Besprechungsraum mehr leistet. Die Mietsteigerungen zeigen schon, wie die Wirtschaft gerade boomt. Unter anderem führt der Kampf um Talente dazu, dass mehr und mehr Unternehmen aus dem Valley zusätzliche Offices in San Francisco eröffnen, damit die Mitarbeiter nicht Stunden auf dem Freeway verbringen müssen.

Die Situation wird auch deutlich in den Gehältern für Software-Engineers (direkt aus der Hochschule) von ca. 100 bis 200T$ pro Jahr oder der Vergütung für Praktikanten von zwischen 4.500$ (Tesla) und 9.000$ (Pinterest) – pro Monat. Insgesamt ist nach Einschätzung der AHK das Geld nicht der limitierende Faktor im Moment, sondern eher der Mangel an Talenten.

Auch wenn die Märkte attraktiv sind (z.B. Manufacturing mit ca. 11 Billionen USD pro Jahr) spielen bei der Auswahl der Startups eher die persönlichen Werte und Erfahrungen eine Rolle. Letztendlich sind diese aber auch geprägt von den bestehenden Möglichkeiten. Daher rührt wohl die unter anderen die Herangehensweise, dass sich einflussreiche und wohlhabende ehemalige Gründer in das Unternehmen unter dem Motto „it’s time to give back“ in eine neue Unternehmung einbringen.

Nach dieser Übersicht über die spezielle Wirtschaft in der Bay Area zog es uns dahin, den Umgang mit Startups zu erkunden. Dazu hatten wir einen Termin bei 500 Startups mit Marvin, einem der Partner. Dieser meinte er hätte auch einen Master, er sei nämlich der Master of Sceptic und vertritt dementsprechend auch relativ klare Standpunkte. Konsequenterweise saßen wir für die Diskussion zusammen in der Bullshit-free zone. 500 Startups ist ein Sales & Marketing orientierter Fund und agiert nach dem Spray and Pray Prinzip. Innerhalb der letzten Jahre wurde demnach in relativ viele Startups investiert, dafür waren die Summen nicht so hoch . Üblicherweise werden für 6% der Anteile 150.000 Dollar bezahlt – ohne Verhandlung wie beispielsweise in der Löwenhöhle. Ca. 1,5 aus 10 Startups schaffen es, das sind auch die die das Geld bringen müssen. Der Rest stirbt oder lebt als Zombies weiter. Gründe dafür sind vielfältig, häufig sind offenbar Founder breakups und Veränderungen im Markt bzw. Fehleinschätzungen.

Wichtig ist eine gute Zusammensetzung des Gründerteams, Marvin sieht als wichtig den CEO, den CTO und einen Designer an. Es werden sehr viele Startups analysiert, da dies bis zu 20.000 in einem Jahr sein können muss das oft auch auf einem Gefühl oder Erfahrungswert basieren. Marvin selbst spricht mit ca. 15-30 Unternehmen pro Woche, da man im Valley ist und sich kennt durchaus auch auf Empfehlung eines Bekannten. Sind die Unternehmen Teil des Programms (vier Monate und nicht länger) gibt es Pitch Preps, man arbeitet an den Figures und bekommt Mentoring. Er ist übrigens „a big fan of Mittelstand“ und das heißt, dass er auch meint „I don’t think a lot of big companies deserve to exist“. Zu den Entwicklungen in Europa außerhalb Deutschlands meinte er u.a. „France – boy they fucked up“ und „UK – what a bunch of idiots“. Da k


ann man nicht groß widersprechen.

Bullshit-free Zone eben.

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