Wassermarsch und Wohnortwechsel

Veröffentlicht von

Heute sind wir umgezogen von San Francisco ins Valley, genauer gesagt nach Menlo Park. Auf dem Weg dorthin – naja, nicht ganz auf dem Weg – haben wir uns entschlossen, der University of Berkeley einen Besuch abzustatten. Zum Glück für Kalifornien, aber zu unserem Unglück, regnete es fast die ganze Zeit. Eine gute Gelegenheit, im Merchandising Store der Universität einen blau-gelben Regenschirm zu kaufen. Den aktiven Sportlern half das allerdings nicht viel, die Quidditch-Matches fanden bei tiefem Geläuf statt (irgendwie hatte der Nimbus 2000 schon Vorteile).

Quidditch-Match an der UC Berkeley
Quidditch-Match an der UC Berkeley

Auf unserem Marsch über den Campus sahen wir allerdings nicht nur interessanten Sport, sondern trafen auch interessante Zeitgenossen. Neben dem Eichhörnchen, das in der Haas School of Business irgendetwas suchte (wir vermuten: die Vorlesung „Topics in Innovation and Design: Needfinding in the Wild“, Nüsse oder den Ausgang) sprach uns auch der selbsternannte Kümmerer für alle Gebäude an. Das Paradoxe war, dass er nach eigenen Aussagen nicht nur mit beiden derzeitigen Präsidentschaftskandidaten der USA, sondern auch mit einem der Friedriche und dem englischen Königshaus verwandt ist. Er sprach ein paar Worte deutsch, teilte uns allerdings die wesentlichen Informationen auf Englisch mit. Unter anderem, dass er 2,5 Milliarden Dollar aufgrund irgendwelcher Aktionen der UN verloren hat, Angela Merkel seit 53 Jahren kennt und an der deutschen Einheit mitgewirkt hat. Dagegen sind die zahlreichen Nobelpreisträger von Berkeley ziemliche Waisenknaben…

Parken - nur für Nobelpreisträger
Parken – nur für Nobelpreisträger

Interessante Menschen also in Berkeley, trotzdem verlegten wir uns am Nachmittag Richtung Menlo Park. Auf dem Weg dorthin hörte es dann auch auf zu regnen und die Sonne kam durch. Am Abend konnten wir sogar Grillen hören, so viel wärmer ist es im Valley.

In unserem neuen Airbnb-Haus empfingen uns schon die Eigentümer – da die Vormieter irgendwie das Waschbecken zerstört hatten und der Abfluss leckte. Zeit genug also, wärend der Hausherr noch die Restarbeiten machte, sich den Garten anzuschauen. Die Vermieterin – früher selbst in der Softwarebranche tätig – baut im Vorgarten Organic Food an. Das ist hier ja sehr im Trend, so finden sich ein Granatapfelbaum, ein Orangenbaum oder Ingwer in verschieden Phasen der Reife. Uns wurde dann auch erklärt, warum. Als sie das Haus gekauft haben, hat sie ein Spreadsheet erstellt und alle Reifeperioden verglichen. So kommt es, dass immer irgendetwas reif zum Essen ist. Dafür ist Excel(tm) also gut…

Der Vermieter ist ebenfalls aus der Techbranche und war CFO in Startups; nebenan wohnt ein Venture Capitalist und die Kinder müssen schon in der vierten Klasse pitchen und Prototypen basteln. Früh übt sich. Zur gleichen Zeit gibt es in Deutschland Diskussionen, ob Kinder in der Schule mit oder ohne Technik lernen sollen. Vielleicht investiert man einfach mal ordentlich in die Lehreraus- und -weiterbildung und entwickelt eine anforderungsgerechte Didaktik…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.