Sightseeing@SV

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Es gibt viel zu sehen im Silicon Valley – auch wenn das dem „normalen“ Touristen oft verborgen bleibt. Relativ prominent, jedenfalls wenn man aus Osten über die Bay nach Palo Alto kommt, ist der facebook-Daumen vor 1 Hacker Way. Eine beliebte Fotostation. Wir trafen dort eine Einheimische und ihren Mann (beide in den fortgeschrittenen Dreißigern), die mit ihrem Besuch aus Südamerika ein Foto machen wollten. Bei einer dieser Aktionen sind sie schon mal von jungen Menschen aus dem Auto als „Bunch of Nerds“ bezeichnet worden. Es gibt doch immer wieder Überraschungen (oder Kurzsichtige)…

Auch bei Google in Mountain View muss natürlich der übliche „been there, did that“-Stopp erfolgen. Also kurz bei dem Android-Männchen vorbeischauen, sich über den falschen Sonnenstand ärgern (die Food-Trucks waren natürlich auch gerade weg), Foto machen, ein paar Meter über den Campus laufen und wieder zurück zum Auto. Google: abgehakt. In die Büros kommt man eh nicht mehr rein, die Führungen sind nicht so spannend, also mehr ein Muss-Stop.

Fototermin mit dem Androiden auf dem Google Campus
Fototermin mit dem Androiden auf dem Google Campus

Ähnlich verhält es sich mit der Heimadresse von Apple. In Cupertino am Infinite Loop Nr. 1 findet sich ein recht unspektakulärer Haupteingang. Das Gleiche gilt für den angeschlossenen Store, der deutlich weniger repräsentativ und kleiner ist, als man erwarten sollte. Allerdings ist dies der einzige Store auf der Welt, der speziell gebrandete T-Shirts, Kaffeetassen, Thermoskannen oder Karten mit dem Apple-Logo verkauft. Wer also ein echter Fan ist, der muss wohl dort einkaufen. So wie die Japaner, die wir dort trafen und die echte Schwierigkeiten hatten, sich zu entscheiden. Alle anderen müssen nicht unbedingt dahin. Das ändert sich sicherlich mit dem spektakulären Neubau (aber wohl erst in 2018).

Ein leicht zu übersehendes Kleinod ist die Garage, in der Bill Hewlett und David Packard ihr erstes Produkt entwickelten, nachdem ihr Professor in Stanford sie dazu motivierte. Die Garage existiert heute noch und ist als nationales Denkmal („Birthplace of Silicon Valley“) anerkannt. Man kann dort in Downtown Palo Alto einfach vorbeifahren und sich von der Gründermentalität inspirieren lassen. Eine vorbeikommende Nachbarin erzählte uns, dass sie schon Leute gesehen haben, die den Boden geküsst oder in Tränen ausgebrochen sind. Das entscheide dann doch jeder für sich…

Die Garage von Hewlett-Packard
Die Garage von Hewlett-Packard

Einen Gegensatz zu den sonstigen Besuchen stellt ein Besuch bei Oracle dar. Zunächst sind die Gebäude hier der Star. Sechs verspiegelte, mehrstöckige Häuser stehen um einen Teich in Redwood Shores herum – in dem der Trimaran USA 17  liegt, der den Americas Cup 2010 gewonnen hat. Mit knapp dreißig Metern Länge und siebzig Metern Masthöhe durchaus eindrucksvoll. Das Segeln eines solchen Bootes ist dann wohl fast so schwierig wie die Software, die Oracle anbietet. Auffällig ist, dass hier relativ viele Männer in Krawatten und Jacketts herumlaufen. Das erinnert schon fast an Europa und fühlt sich stark nach Konzern an. Wahrscheinlich ist das Besondere hier nicht die Unternehmenskultur…

Oracle Headquarter
Oracle Headquarter

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