Geschichte wiederholt sich

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Es scheint ja immer so, als ob Digitalisierung (oder jeder andere Hype) und die Folgen etwas Brandneues sei. Um das richtig einzuordnen, hilft ein Besuch im Computermuseum (http://www.computerhistory.org) in Mountain View. Relativ schnell wird klar, dass

  1. Computer im (übertragenen) Sinne des Rechenknechts schon über 2000 Jahre existieren – allerdings in immer unterschiedlicher Form, mit ständiger Leistungserhöhung (vgl. Moore’s Law)
  2. Die Firmen, die vor dreißig, vierzig oder fünfzig Jahren die Zukunft der Computer darstellten, heute kaum noch jemand kennt. Beispiele gefällig? Acorn, Atari, Bull, Commodore, Compaq, DEC, Next, Olivetti, Schneider, Sun, Tandy, Wang…
  3. sich niemand sicher sein sollte, dass dies heutigen Firmen (in diversen Branchen) nicht auch passieren könnte. Die Paranoia, die vielen CEO’s oder Gründern im Silicon Valley zu eigen ist, hat da durchaus ihre Berechtigung. The Rise and Fall of Apple, die dies ja schon mal durchgemacht haben ist da auch immer ein gutes Beispiel.

Auch im eigenen Leben kann man manchmal feststellen, wie schnell sich Dinge wiederholen. In der Designausstellung bei Autodesk hatten wir bei der Führung (vgl. Customer Centricity und Design) unter anderem einen Babywärmer gezeigt bekommen, der vor allem Frühchen mit konstanter Temperatur versorgen soll. Dies ist in Gebieten ohne gute Erstversorgung oder Ausbildung im Umgang mit Brutkästen überlebenswichtig. Wie es der Zufall nun so wollte haben wir an einer öffentlichen Vorlesung der Engineeringfakultät der Uni Stanford teilgenommen. Dort sprach Jane Chen, Absolventin der Fakultät und eine der Ersten, die an den Design Classes der d.school teilgenommen hatte. Jane als Stanford-Alumna ist Co-Founder und CEO der Firma Embrace Innovations. In den Designklassen ist immer auch ein Fokus auf Low-Cost-Lösungen für Entwicklungsländer (Entrepreneurial Design For Extreme Affordability) gelegt, um die soziale Verantwortung zu stärken und zusätzliche Herausforderungen für das Design zu generieren. Daraus entstand die Lösung für einen tragbaren Kinderwärmer, der keine kontinuierliche Energie benötigt. Eine interessante Lösung und obwohl ein solcher Wärmer nur 1% eines konventionellen Inkubators kostet, muss er trotzdem durch ein Produkt für die „Erste Welt“ querfinanziert werden. Dem Vortrag war insgesamt anzumerken, dass Jane diesen schon öfter gehalten hat und TED-Erfahrung mitbringt – sehr kurzweilig und emotional. Eine schöne Geschichte auch für das Netzwerk im Valley und die Bereicherung der Hochschulen durch ihre Alumni.

A propos: Am letzten Abend vor dem Rückflug nach Hamburg trafen wir unseren Alumnus Jonathan noch mal bei Pitch & Beer beim German Accelerator. In den Räumen der Deutsche Bank Labs in Palo Alto gab es ein Mentorentreffen des German Accelerator und die aktuell geförderten Unternehmen hatten Pitches für ihre Produkte durchzuführen. Dabei waren nicht nur Softwareprodukte wie z.B. von 3YOURMIND für das Management von 3D-Druckern, sondern auch Trainingskleidung mit Elektrostimulation, eine neue Kurbelgarnitur für Fahrräder oder ein lebensrettender Luftschlauch für Wassersportler. Im Anschluss gab es bei einem kleinen Snack und Bier die Gelegenheit, entweder die Produkte auszuprobieren oder zu Netzwerken. Beides wurde von allen Beteiligten gut angenommen. Für uns war dies ein passender Abschluss von spannenden zehn Tagen.

Wir arbeiten daran, dies auch für unsere Partner aus den Unternehmen zugänglich zu machen und planen bereits den nächsten Aufenthalt.

Auf Wiedersehen, Silicon Valley.

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